Dem Mädchen- und Frauenprojekt bei JUVIVO.21 geht die Erfahrung aus der Arbeitspraxis voraus, dass, dass Burschen und junge Männer bei der Aneignung öffentlich nutzbarer Flächen (Park- und Grünanlagen, Innenhöfe von Wohnbauten, aber auch zur Verfügung gestellte Räume wie der Jugendtreff) dominanter agieren und Mädchen und Frauen tendenziell aus diesen Räumen verdrängt werden. Auch die Angebote von JUVIVO.21 wurden bisher großteils von Burschen in Anspruch genommen. Zudem gibt es im Karl Seitz Hof und Umgebung wenige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung ohne Konsumzwang. Aus dieser Wahrnehmung heraus entstand die Idee für das Projekt für Mädchen und Frauen, um diesen Raum zum Austausch und Unterstützung bei Problemen zu bieten sowie geschlechtsspezifischen Benachteiligungen entgegen zu treten.

Die Konzeptentwicklung als auch die Förderantragstellung erfolgten im Jahr 2010. Der interne Startschuss des Projektes erfolgte mit Jahresanfang 2011 und begann mit einer dreimonatigen Vorbereitungsphase, in der die pädagogische Planung, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und Bewerbung erfolgte. Mit der „Kick off Veranstaltung“, der Eröffnungsfeier im Karl Seitz Hof im April 2011, wurde das neue Angebot in das Regelprogramm von JUVIVO.21 aufgenommen.

Finanziert wird das Projekt aus den Mitteln der Bezirksvorstehung Floridsdorf.

 

Zielsetzungen des Projekts

Ziele des Projekts sind die Erweiterungen der Handlungsmöglichkeiten, die Unterstützung bei Problemen, die Förderung eines selbstbestimmten Lebens sowie der Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen und Frauen aus sozial benachteiligten Sozialstrukturen. Niederschwelligkeit und Kostenfreiheit helfen, diese Zielgruppe zu erreichen. Aufbauend auf bereits bestehenden Kontakten zu Mädchen und jungen Frauen im Betreuungsgebiet von JUVIVO.21 sollen diese intensiviert und neue Kontakte geknüpft werden.

Durch die Bereitstellung von Zeit, Raum und Ressourcen können frauen- und lebensweltspezifische Anliegen thematisiert werden. Dabei erachtet JUVIVO.21 das Hinterfragen und Auflösen klassischer Rollenbilder und Rollenerwartungen als besonders wichtig.

Ein weiteres Anliegen ist die Förderung gemeinsamer Aktivitäten aller Nutzerinnen, welche vor allem durch das Kennenlernen, den Austausch und das Entdecken von Gemeinsamkeiten beim Mädchen- und Frauencafé zu Stande kommen.

 

Inhalte und Gestaltung der Angebote Café und Beratung

Die Angebote des Mädchen- und Frauenprojektes umfassen ein wöchentlich stattfindendes Café und eine Beratung. Beratungsgespräche finden während des Cafés in einem separaten Beratungszimmer flexibel nach Terminvereinbarung statt.  Beide Angebote werden ausschließlich von weiblichen Mitarbeiterinnen durchgeführt.

Beide Angebote sind anonym und kostenlos!

 

Café

Jeden Dienstag Vormittag (9.30-11.30) bietet das Café einen geschützten Raum zum Austausch und zur gemeinsamen Aktion, bei dem mädchen- und frauenspezifische Anliegen und Themen besprochen und in den Mittelpunkt gerückt werden können.

Das Café versteht sich als ein Treffpunkt für Mädchen und Frauen jeden Alters. Hier gibt es die Möglichkeit mit anderen zu plaudern, neue Leute kennen zu lernen und an Workshops und Ausflügen teilzunehmen. Da sich das Programm primär an den Wünschen der Teilnehmerinnen orientiert, können sie eigene Interessen und Ideen für die Gestaltung des Cafés einbringen.

 

Beratung

Beratungsgespräche können während des Cafés im Beratungszimmer oder nach Terminvereinbarung in Anspruch genommen werden. Die Beratung stellt ein flexibles Angebot dar, das Unterstützung und Hilfe bei diversen Anliegen anbietet. Dazu zählen beispielsweise Berufsorientierung, Jobsuche und Verfassen von Bewerbungen, Ausfüllen diverser Anträge, Abklärung von finanziellen Ansprüchen, familiäre Fragen und Probleme. Des Weiteren wird für die Mädchen und Frauen nach den passenden Einrichtungen für ihre spezifischen Anliegen gesucht und sie werden nach Wunsch dorthin weitervermittelt. Ebenso ist es nach Absprache möglich in anderen Sprachen beraten zu werden.